Messene – die Pracht ist noch greifbar

Nach der Unabhängigkeit von Sparta (471 v.Chr.) wurde Messene als neue Hauptstadt Messeniens gegründet. Fast 800 Jahre später fielen die Goten ein und raubten und plünderten die Metropole, deren mächtige Stadtmauer einst neun Kilometer umfasste und von dem viel erhalten geblieben ist.

Eines der beiden Stadttore, das Arkadische Tor, wird noch heute als Zufahrt (nach Mavronmáti) genutzt. Es ist ein Sinnbild für die antike Pracht von Messene: sieben Meter hoch, fünf Meter breit. Es ist beeindruckend zu sehen, wie das Mauerwerk ohne Mörtel aus exakt gehauenen Steinquadern zusammengefügt worden ist.

Beim Besuch der Ruinen – man kann sich dort ohne nennenswerte Restriktionen frei bewegen – muss man sich die Dimensionen der frei gelegten Stadtteile im wahrsten Sinn des Wortes erlaufen. Sie sind in eine weitläufige Hügellandschaft eingebettet.

Unabhängig von den Bauwerken ist das Umhergehen ein schönes Landschaftserlebnis. Das Gelände strahlt Ruhe und Zeitlosigkeit aus.

Gleich nach Eintritt gelangt man rechter Hand zum Theater, von dem noch vieles erhalten ist. Es erhielt in der Römerzeit ein dreigeschossiges Theaterhaus.

Mosaik im mondänen Theaterwihnhaus

Links schließt sich das Brunnenhaus der Arsinoe mit mehreren Zisternen an. Es diente der Wasserversorgung der Innenstadt. Daneben befindet sich das römische Bad.

Wiederum daneben befinden sich die Ruinen der Agora, des zentralen öffentlichen Platzes der Stadt. Sie war der Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens. Ihr Innenhof ist von vormals überdachten Säulengängen gesäumt.

Mit diesen Messvorrichtungen wurde die korrekte Größe der Maßeinheiten der Händler überwacht.

Das Asklepieion war das zentrale Heiligtum der Stadt. Es war Asklepios (Äskulap), dem Gott der Heilkunst, geweiht. Hier befanden sich Hunderte von Statuen.

Der Höhepunkt der Ausgrabungen ist eindeutig das Stadion mit seinen achtzehn steinernen Sitzreihen. Es wurde zum einen für verschiedene sportliche Veranstaltungen und Ausbildungszwecke genutzt. Es spielte aber ebenso eine politische, soziale und kultische Rolle.

In den Säulenhallen am oberen Rand des Stadions sind Elemente der 110 Meter langen Säulenhalle zu sehen. Hier versammelten sich die Zuschauer in den Pausen und fanden Schutz vor der Sonne.

Am nördlichen Ende des Stadions schließt sich ein Heroon an, eine Art Mausoleum, wo die Mitglieder einer angesehenen Familie nach ihrem Tod in besonderer Weise geehrt wurden.

Wir haben gut zwei Stunden auf dem Gelände des antiken Messene verbracht und fanden den Besuch kurzweilig und lehrreich. Insbesondere das harmonische Zusammenspiel von Landschaft und antiken Gebäudekomplexen hat uns sehr beeindruckt.

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