Mit der Nachtfähre nach Trelleborg

Es gibt viele Verbindungen nach Schweden, auf dem Lande und auf dem Wasser. Wir haben uns für die Fähre entschieden, und zwar von Rostock nach Trelleborg. Das ist nicht gerade die kürzeste Verbindung. Man ist etwa siebeneinhalb Stunden unterwegs. Der große Vorteil ist, dass man eine Mütze regulären Schlaf bekommt – wenn man sich eine Kabine gönnt. Wir hatten die letzte Fähre um 23:00 Uhr gebucht, Ankunft um 6.30 Uhr am nächsten Morgen.

Mit einem Gespann in den Bauch eine Fähre zu fahren, kann sich durchaus als Herausforderung erweisen. Man sollte nicht zu zaghaft sein und sich auf die Einweiser an Bord verlassen können. Unser Einweiser war das, was man in Süddeutschland gerne einen „Halbdackel“ und gemeinhin als „Hohlbirne“ bezeichnet. Jedenfalls versuchte dieser Mensch, uns um die Kurve in eine Reihe zu lotsen, wo ein 10-Meter-Gespann nun einmal nicht mehr hineinpasste. Nach mehrfachem Vor und Zurück standen wir quer zu den Reihen, und der Einweiser machte sich davon.

Eigentlich keine gute Voraussetzung, um sich in Ruhe hinzulegen … Da braucht’s auf jeden Fall einen Schlummertrunk. Manchmal ist Bier eine Lösung.

Aber am nächsten Morgen schien die Sonne, ein fähiger Einweiser tauchte auf, mit ein paar Fingerzeigen und gutem Willen auf allen Seiten war das Knäuel zügig aufgelöst. Geht doch – Schweden, du kannst kommen!

Unsere Tour sollte von Trelleborg zunächst an der südöstlichen Küste entlang verlaufen. Wir hatten im Vorfeld versucht, einen Campingplatz direkt an der Küste zu finden, das erwies jedoch als kurzfristig schwierig. Alles ausgebucht … Hauptsaison … Aber schließlich hatten wir Glück. Ein Campingplatz ohne Reservierungssystem, etwas landeinwärts bei Sjöbo gelegen, schien eine gute Option. Einfach hinfahren und schauen, ob etwas geht. Der Campingplatz Snogeholm Fritid liegt idyllisch mitten in einem Wandergebiet, mit Blick auf Wald und einen ausgedienten Fußballplatz. Klein und einfach, auf das Wesentliche konzentriert. Die Anmeldung läuft komplett elektronisch. Man bucht online für 24 Stunden einen Platz und bekommt per E-Mail einen Code für den Sanitärbereich. That’s it.

Der Rasen hat nicht gerade Wembley-Qualität 😊

Die Anfahrt verlief durch Schwedens Kornkammer, im letzten Abschnitt durch eine traumhafte Landschaft.

Wir haben uns übrigens entschieden, kein Geld zu tauschen. Schweden gilt, wie die anderen skandinavischen Länder auch, bei Zahlungsmethoden als sehr fortschrittlich. In aller Regel kommt man mit einer Kreditkarte überall gut zurecht, auch beim Bäcker und am Marktstand. Schauen wir mal, ob unsere Spekulation aufgeht … Nach unseren Erfahrungen in Dänemark im letzten Jahr sind wir zuversichtlich.

Beim Tanken an Self-Service-Stationen gibt’s natürlich keine Probleme 😊.

Ein Kommentar zu „Mit der Nachtfähre nach Trelleborg

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