Auch nach dem Tode alles andere als gleich – der Friedhof von Fuseta

Mit Beerdigungsriten und dem Umgang mit den Toten ist das so eine Sache – in den verschiedenen Kulturen geht man unterschiedlich mit dem Thema um. Bei einem Streifzug durch Fuseta, einem kleinen Fischerort an der Ostalgarve, stoßen wir auf eine hübsche Kirche und wir können der Versuchung nicht widerstehen, auch den Friedhof zu besuchen. Wir sind die einzigen Besucher, daher wird niemand etwas dagegen haben, dass wir ein paar Fotos machen. Gleich fällt auf, dass vielleicht im Moment des Todes, aber sicherlich nicht nach dem Ableben alle gleich sind. Für manche reicht es nur zu einem Urnengrab in einem Schubfach. Für andere muss es schon ein Mausoleum sein. Zwischen diesen beiden Extremen ist vieles denk- und umsetzbar. Ganz wie im Leben: Es kommt darauf an, wie viel man investieren kann und will.

Etwas gruselig sind die Mausoleen für unseres Geschmack schon: Sie sehen aus wie kleine Häuser und wenn man durch die verglaste, häufig auch mit Gardinen behängte Eingangstür schaut, entdeckt man in Regalen Särge, die mit Häkeldeckchen bedeckt sind, Bilder der Toten und künstliche Blumensträuße enthalten die Mausoleen in der Regel ebenfalls. Unwillkürlich zieht man die Luft durch die Nase ein, Geruchsprobe. Ohne Befund. Das liegt daran, dass diese Särge innen mit einem speziellen Bleimantel ausgestattet sind.

Die meisten Gräber sind mit ovalen Fotoplättchen versehen, mit den Bildern der Verblichenen. Hier und dort sind kleine Figürchen aufgestellt. Der Blumenschmuck ist in aller Regel aus Plastik, richtiges Grünzeug würde ja binnen Stunden verwelken. Viele Gräber sind mit Marmorplatten bedeckt, einige auch mit der kostengünstigeren gefliesten Variante. Vom ganzen Friedhof geht eine große Kühle und Ruhe aus. Während wir im Norden eher darauf Wert legen, dass unsere Toten es schön grün haben, scheint es für die Portugiesen wichtiger zu sein, dass es angenehm kühl ist. Das ist ja durchaus nachvollziehbar bei den hohen Temperaturen hierzulande …

Wir denken darüber nach, wie wir es denn gerne nach unserem Ableben hätten. Die finale Lösung fällt uns nicht gleich ein, aber wir sind uns einig, das ist kein Mausoleum portugiesischer Art sein sollte.

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