Südwestspitze der Algarve

Wir fühlen uns, als hätten wir mit Blick auf unseren Campingplatz den Jackpot geknackt: Der „Yellow! Village Turiscampo“ in Luz an der Südwestalgarve ist mit seiner Anlage (u.a. mehre Swimmingpools, Restaurants, beste Sanitäreinheiten, sehr professioneller Betreiber) ein einsamer Stern. Die Wetter-APP sagt nur „Sonne, Sonne“, was will der Camper mehr. Wir buchen also gleich sieben Nächte. Warum weiterziehen, wenn es schön ist? Hier gibt’s schließlich einiges zu erkunden.

Die erste Wanderung (insgesamt ca. 11 km) von Luz aus geht immer an der Küste entlang bis nach Burgau – wo es auch wieder einen Strand gibt. Nicht zu groß, wenig los. Ein netter Ort zum Chillen. Dann nehmen wir uns einen Tag, um ein paar Hightlights abzufahren: Ein magischer Anziehungspunkt ist natürlich der westlichste Punkt Europas, das Cabo de São Vicente, mit steil abfallenden Felswänden, tosender Brandung und einem imposanten Leuchtturm, wie es sich für das Ende der Welt gehört. Hier gibt es auch die „letzte Bratwurst vor Amerika“, selbstverständlich echte Thüringer. Die Bude ist schon lange eine über die Medien bekannte Institution. Und für uns ist die Bratwurst das Frühstück.

Nur wenige Kilometer vom Kap entfernt liegt die Ruine einer maurischen Festungsanlage (Forta de Belize), die unbedingt sehenswert ist.

Weiter in Richtung Sagres: Dort folgt dann wiederum eine Festung, die das Tor zu einer kleinen Halbinsel darstellt, die Fortaleza. Hier soll sich (wohl nur) der Legende nach die Seefahrtsschule von Heinrich dem Seefahrer befunden haben. Heinrich (15. Jh) galt als Meister der Navigation. Seine Theorien beruhten auf der alten arabischen Wissenschaft der Astronomie. Die Halbinsel hinter dem Fort lädt zu einen ausgedehnten Spaziergang ein. Die hohen, schroffen Klippen gebieten Abstand. Im hinteren Teil der Halbinsel hört man das „Ungeheuer von Sagres“ brüllen: Mächtige Wellen drücken Luft durch eine horizontale Höhle im Fels – das Schnauben kann durchaus ohrenbetäubend sein, zumal es von einem um die Höhlenöffnung herum gebauten Labyrinth verstärkt wird. Der Eintritt ins Fort lohnt sich auf jeden Fall.

Unser nächster Stopp ist der Stadtstrand von Sagres. Die Praia de Mareta ist wie die Praia do Beliche ein Surferparadies. Was für ein Anblick! Immer wieder versuchen die Wellenreiter (viele liegend, wenige stehend) aufs Brett zu kommen, aber nur wenigen gelingt es auch, die Brecher für ein paar Sekunden zu bezähmen. Wir können uns gar nicht sattsehen. Die steigende Flut vertreibt uns vom Strand auf die Terrasse einer Bar, von wo aus wir das Treiben auf dem Meer bei einem Glas Bier weiter verfolgen. Auf jeden Fall die richtige Entscheidung, denn so mancher Sonnenanbeter wird durch die plötzlich vordringenden Wellen jäh aus seinen Träumen gerissen und muss in wilder Panik seinen Platz verlassen – Frauen und Kinder zuerst!

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