Águilas – nicht nur Sandstrände

Von Córdoba aus fahren wir über Granada zurück ans Mittelmeer, Águilas ist unser Ziel. Ein Reisetag. Wir fahren durch halb Andalusien. Kilometer um Kilometer rollen wir zunächst durch eine sanfte, weitläufige Hügellandschaft, auf die in den Sommermonaten gnadenlos die Sonne herunterbrennt. Wir passieren abgeerntete Felder, nicht enden wollende Olivenplantagen. Später wird es stellenweise gebirgig; immer mal wieder Verkehrsschilder, die vor Schneeverwehungen warnen. Man wird daran erinnert, dass Spanien so viel mehr als Strand und Sonne zu bieten hat.

Wir fahren zuerst in Richtung Málaga, dann geht’s im rechten Winkel über Granada, Baza und Murcia nach Águilas, wo wir einen kleinen Campingplatz (Bellavista) außerhalb der Stadt ansteuern. An der Rezeption werden wir in perfektem Deutsch begrüßt – eine junge Frau, die mit ihrem damaligen Freund nach Spanien ausgewandert ist. Ob sie hier am Ziel ihrer Träume angekommen ist? Das werden wir wohl nie erfahren.

Wir freunden uns rasch mit unseren „doppelten“ (1. auf dem Campingplatz, 2. in der Heimat – wir wohnen nur ein paar Kilometer entfernt) Nachbarn an und bekommen von ihnen viele Tipps. So gibt es hier beispielsweise am Samstag einen Bauernmarkt, den wird dann auch besuchen und wo wir unsere ersten Churros essen. Die Spanier lieben dieses Schmalzgebäck, das sie auch noch gerne in flüssige Schokolade tauchen. Zuckerschock, eine interessante Erfahrung, aber – für uns – nicht so unbedingt zur Wiederholung geeignet. Nach dem Besuch des Marktes gehen wir einer weiteren Empfehlung nach: Olivenöl direkt von der Ölmühle. Wir sind unmittelbar überzeugt und decken uns gleich mit unserem Jahresbedarf ein 🙂

Águilas selbst ist durchaus einen Besuch wert. Die Promenade zieht sich über einige Kilometer am Sandstrand entlang. Einen tollen Blick auf die Stadt und den Hafen hat man von der Festungsanlage in 85 m Höhe. Sie ist gut erhalten und beherbergt ein kleines Museum. Das Zentrum der Stadt bildet die Plaza de España, die wie ein Garten anmutet. In Águilas gibt man sich auch etwas künstlerisch. Neben einigen eher traditionellen Statuen und einem futuristisch anmutenden Kongresszentrum hat man auch dem Nachwuchs eine Chance zur Gestaltung gegeben: Er hat mehrere Treppen mit grellen Farben und Motiven verschönert. Zwei Windmühlen lassen sich auch besichtigen. Dabei steigt man durch steile, enge Gassen vorbei an kleinen Häuschen auf Hügel, bekommt so intesserante Ausblicke auf das Dächergewirr dieser alten, traditionellen Stadtteile … und gleichfalls einen Eindruck von der damaligen (und der heutigen!) Wohnsituation.

Unser Highlight war eine Wanderung entlang der Küste, die von Strand zu Strand (Cuatro Calas) führte. Besonders beeindruckend fanden wir Sandsteinformationen mit von Menschen angelegten Höhlen, in denen in früheren Zeiten u. a. Kleintiere gehalten wurden. Tafeln am Wegrand informieren über eine ehemalige Erwerbstradition in dieser Gegend: Ein hier wachsendes Gras (Esparto Gras) wurde geschnitten und gewässert. Anschließend machte man daraus diverse Alltagsgegenstände: Körbe, Matten, Sandalen, Hüte, verschiedene Behältnisse zur Lagerung …. Das Gras wurde lange auch zur Papierherstellung genutzt, bis in die 1960er Jahre.

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