Ohakune, Karottenhochburg statt Hochgebirgstour

Dorthin haben wir uns aufgemacht, nachdem wir erfuhren, dass die Tongariro Crossing wetterbedingt für die nächsten 3 Tage ausgesetzt war. Das ist die berühmte Überquerung des Gebirges im gleichnamigen Nationalpark von der West- zur Ostseite … ein „Muss“ für viele Besucher und etwas, worauf sich Wolfgang besonders gefreut hatte. Diese Tour dauert 7-9 Stunden, geht über das zentrale Vulkanplateau und ist nicht zu unterschätzen. Unweit davon liegen Vulkane, die in jüngster Zeit ausgebrochen sind. Unter anserem der Mount Ruapehu, ein Schwergewicht in Sachen Ausbruchsgefahr. Sein Kratersee brach 1953, 1995, 1996 und zuletzt 2007 aus. Er wird genauestens überwacht. Die östlich am Tongariro Nationalpark vorbeiführende SH1, Hauptverbindung zwischen Wellington und Auckland, wird bei Gefahr binnen Minuten gesperrt. Beim letzten Ausbruch 2007 stoppte der Schlamm-Geröll-Fluss kurz vor dieser Hauptverkehrsader.

Nun ja, jetzt sitzen wir hier in Ohukane, zum ersten Mal seit unserer Ankunft im Regen. Schlechtes Wetter hatte sich schon seit Tagen angekündigt … aber immer wieder hatte der Wettergott bisher ein Einsehen und bescherte uns Sonne.

Jetzt schauen wir uns morgen Ohukane an, am Südrand des Tongariro Nationalparks unterhalb der Hänge des Mount Ruahepu gelegen. Laut Reiseführer herrscht hier im Winter zur Skizeit Hauptsaison, weshalb er sich mit pseudo-alpenländischen Fassaden schmücke.

Die zwei auskunftsfreudigen Damen an der Rezeption unseres Campingplatzes wiesen aber voller Stolz darauf hin, dass Ohukane Zentrum des Gemüseanbaus und besonders auf Karottenanbau spezialisiert sei. Auf jeden Fall sollten wir uns den diesem Gemüse gewidmeten Park anschauen, in dem dem Gewächs ein Denkmal gewidmet sei. Hier gebe es darüber hinaus einen „Vege-Park“ für Kinder mit überlebensgroßen Figuren – bei denen offenbar bei der Pastinake etwas in die Hose gegangen ist, wie wir bei der Besichtigung feststellen 😊

Der Gemüseanbau folgte der Holzwirtschaft als Haupteinnahmequelle von Ohakune. Hier wurden auch die ersten chinesischen Einwanderer als Erntehelfer eingesetzt. Diese haben sich über die Jahrzehnte hochgearbeitet und einige chinesische Familien betreiben heute den Gemüseanbau in der Region in großem Maßstab.

Wikipedia weist außerdem darauf hin, dass sich 17 km von hier entfernt die Tangiwai-Eisenbahnbrücke befindet, an der beim Ausbruch des Ruahepu 1953  151 Menschen ums Leben kamen.

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