Córdoba – die Stadt der drei Kulturen

Einen Superlativ gibt’s gleich vorweg: Córdoba ist die spanische Stadt mit den meisten UNESCO-Weltkulturerbe-Einträgen. Aber das bedeutet glücklicherweise nicht, dass die Stadt nur von und in ihrer Geschichte lebt. Wir haben unsere erste Erkundung noch am Tag, d.h. eigentlich am Abend, unserer Ankunft unternommen. Und zwar zu Fuß, weil wir auf einem der Stadtcampingplätze übernachtet haben. Von dort aus waren wir nach einem 3o-Minuten-Spaziergang mitten im Herzen des Geschehens. Auf dem Weg dorthin fühlten wir uns an Valencia erinnert, denn hier wie dort zieht sich ein langer Grünstreifen durch die Stadt, wo viele Leute unterwegs sind, spazieren, Sport treiben, das Grün und die frische Luft genießen.

Ähnlich wie Sevilla hat Córdoba zwei zentrale Sehenswürdigkeiten: eine Kathedrale, die mitten in eine Moschee hineingebaut ist (in Córdoba: Mezquita) und einen Alcázar, eine imposante Festungsanlage (in Córdoba: Alcázar de los Reyes Cristianos, Festung der Katholischen Könige). Wir haben beide besucht. Sympathisch: Man kann die Mezquita kostenfrei besichtigen, wenn man Frühaufsteher ist. Denn von 8.30-9.30 Uhr darf man ohne Eintritt hinein. Schon die Außenanlagen der Mezquita (Innenhof und Glockenturm, vormals Minarett) sind beeindruckend. Das Innere der Mezquita ist dennoch eine ganz eigene Kategorie: Ein wunderbarer Stilmix aus maurischer und christlicher Architektur. Das charakteristische und sehr dominante Merkmal ist ein Wald aus Säulen (856 an der Zahl) und Rundbögen, die islamischen Ursprungs sind. Im Zentrum des Gebäudekomplexes erhebt sich die christliche Kathedrale. Man kann sich einer gewissen Ehrfurcht nicht erwehren, wenn man in diesen Räumen wandelt. Vom Glockenturm aus hat man einen tollen Rundblick auf die ganze Stadt.

Von der Mezquita/Kathedrale sind es nur ein paar Schritte zur römischen Brücke, der Puenta Romano, die über den Guadalquivir (weitere Parallele zu Sevilla, das ebenfalls am G. liegt) führt. Von der anderen Uferseite aus macht man dann diese schönen Postkartenfotos 😊.

Zweites Highlight ist der Alcázar de los Reyes Cristianos. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert auf den Ruinen römischer und arabischer Bauten errichtet. Besondere Kennzeichen der Burg sind ihr zum Spazieren einladender Garten aus Terrassen, Fischteichen und Orangenbäumen und die römischen Mosaike, die in den 1950er Jahren an der Plaza de la Corredera ausgegraben und im Alcázar ausgestellt werden.

Zum Sichtreibenlassen eignet sich in besonderer Weise das historische Judenviertel, die Judería. Die (sephardischen) Juden gehörten zu den aktivsten und zahlreichsten Mitbürgern im moslemischen Córdoba.

Wir finden, dass Córdoba auf jeden Fall zu den Muss-Zielen in Andalusien gehört. Wahrscheinlich quillt die Stadt in den Sommermonaten schnell vor Touristen über – und dann schieben sich die Massen durch die engen Gassen der Altstadt -, aber zum Zeitpunkt unseres Besuches (17./18.10.2019) hat alles, inkl. Wetter, wunderbar gepasst. Wir hatten sogar ausreichend Muße, uns ein schönes Souvenir in einem Gebäudekomplex mit verschiedenen Kunsthandwerkern zu kaufen.

PS zur Überschrift: Alle drei Kulturen sind im Wortbeitrag genannt: islamisch, jüdisch, christlich. Und als Beigabe kommen natürlich noch die Römer dazu, wie meistens in Europa 😉.

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