Wir wohnen vier Tage im Karalis City Hotel in Pílos (2.100 Einwohner), um von hier aus Messenien, den östlichen Peloponnes-Finger, zu erkunden und ein bisschen die Seele baumeln zu lassen.


Wir merken rasch, dass unsere Unterkunft gut gewählt ist. Denn wir wohnen zentral, und es sind nur ein paar Schritte bis zum Hafen. Auf der sich unmittelbar an die Hafenmauer anschließenden Platía mit ihren alten Bäumen herrscht das pralle Leben. Überall verteilt stehen Tische und Stühle, ausreichend Schatten ist vorhanden. Es wird gegessen, getrunken, geredet und gelacht; von morgens bis in den späten Abend wuseln Kinder umher.
Um die Platía herum gibt es so ziemlich alles, was man zum Leben braucht.
Schnell finden wir heraus, wo es den besten Kaffee gibt (zudem noch sehr günstig!); und bei den Restaurants haben wir im Handumdrehen unseren Favoriten gefunden: das Sto Steno.

Es befindet sich gleich bei uns um die Ecke und wirbt mit dem Spruch “Home-made hearty food” – was den Kern des Angebots gut beschreibt. Sto Steno ist eine Art Mischung aus Taverne und Kantine. Es gibt keine Speisekarte, nur ein Schild draußen, das für Hungrige, die des Griechischen nicht mächtig sind, wenig hilfreich ist. 😁

Draußen in der Gasse stehen fünf kleine Tische mit Stühlen, drinnen nur ein Tisch. Man bestellt direkt beim Chef, nachdem man zwischen den fünf oder sechs Gerichten in der Auslage gewählt hat. Lauter griechische Gerichte … Noch einen Wein und/oder Wasser dazu, fertig. Lecker!


Wir haben in Erfahrung gebracht, dass für 2027 Ausbaupläne bestehen. Wir drücken dem Familienbetrieb die Daumen!

In der näheren Umgebung von Pílos gibt es mehrere Befestigungsanlagen, aber derzeit zeigen wir bei Bastionen erste Ermüdungserscheinungen. Na ja, nicht ganz (dazu später mehr).
Unmittelbares Interesse haben wir dagegen beim Thema „Strände”. Und im Norden von Pílos erstreckt sich die Bucht von Navaríno, die mit wunderschönen Badestränden gesegnet ist, zum Beispiel der Divários Beach (auch Golden Beach). Der Strand beginnt bei Giávola und erstreckt sich über etwa 1,5 Kilometer, angrenzend die Pílos-Lagune, ein Highlight für Ornithologen.. Hier kann man ganz ungestört einfach nur Zeit vergehen lassen 😊.


Das Bessere ist der Feind des Guten, so sagt man. Und wenn man den Divários Beach toppen möchte, geht man nach nebenan. Denn dort liegt die Voidokiliá–Bucht, bei der Mutter Natur mal wieder ein Meisterwerk gelungen ist. Der Strand erstreckt sich in einem perfekten Halbrund, wie eine Sichel. Beim Reingehen ins glasklare Wasser spürt man nur Sand unter den Füßen. Hinter dem Strandsaum türmen sich meterhohe Dünen auf. Keine Strandbar, keine Infrastruktur – bis auf einen Parkplatz, der über einen im letzten Abschnitt unbefestigten Stichweg zu erreichen ist. Hier stehen auch Müllcontainer zur Verfügung.


Die Bucht entfaltet ihre wahre Schönheit aus der Vogelperspektive. Und die kann man einnehmen, wenn man sich zur Burgruine Paleókastro begibt. 😉 Die fränkische Festung (Kreuzritter!) ist auch unter dem Namen „Navarino-Burg“ bekannt und liegt, wie das nun einmal üblich ist, hoch oben einem Felsen. Es gibt mehrere Wege hinauf, alle erfordern Trittsicherheit und Freude am Kraxeln. Einige Abschnitte sind mit Seilen und Steigeisen versehen.


Etwa auf halbem Weg gelangt man zur Nestor-Grotte. Sie ist etwa 20 Meter tief und 12 Meter hoch. Sie soll zu mykenischen Zeiten bewohnt gewesen sein.

Bereits von hier ist der Blick auf die Umhebung bezaubernd.
Und wirklich atemberaubend wird er dann von den Paleókastro-Mauern aus.




Und dann?
Nach dem Abstieg Sonne, Strand und Meer genießen 😊.



PS: Sowohl die Nestor-Höhle und die Voidokiliá-Bucht sind Schauplätze im Film „Die Odyssee“ von Christopher Nolan (2026). Pílos war das Hauptlager für die Filmcrew.