Singapur – Grün, so weit das Auge reicht

Die Bay Sands Gardens sehen aus der Ferne wie ein Urwald aus. Wenn da nicht die befremdlichen „Gewächse“ wären, die wie umgestülpte Bäume aussehen, deren Wurzeln etwas gespenstisch in den Himmel ragen. Ist man zu Fuß unterwegs, nähert man sich dieser grünen Lunge zunächst am Becken der Marina Bay entlang und geht am Red Dot Design Museum (Exponate zum Thema Produkt- und Kommunikationsdesign) oder an der Lotusblüte des Art Science Museums vorbei. Dann blickt man auf das imposante, alles dominierende Marina-Bay-Sands-Hotel. Foto, Foto, noch eins … Man kann nicht widerstehen. Auch der Blick quer über die Bay hat einen besonderen Charme. Zur Rechten, das ist doch ein Fußballfeld, direkt am Wasser. Und daneben wölben sich zwei muschelartige, auf der Oberseite stachelige Kulturbauten in die Luft. Ja, das ist großartige Architektur, das ist ein gestaltetes Gesamtbild, nicht einfach dahingeklotzt. Geld ist nicht alles, aber man kann mit viel Geld schöne Städte bauen. Wir haben schon ein paar Metropolen gesehen auf unseren Reisen und wir sind uns einig, dass Singapur in der obersten Liga mitspielt.

Und bei Dunkelheit leuchtet das ganze Bild in bunten Farben, ein richtiges Schauspiel.

Bevor man die Gardens by the Bay betritt, kommt man in eine grandiose Shoppingmall, die keine Luxuswünsche offen lässt. Wow. Gondoliere schippern einen Kanal entlang, der in einem Wassertrichter endet. Vielleicht sollten wir mal ein Spielchen im größten Kasino Singapurs wagen (350 Spieltische) – es ist von hier direkt zu erreichen. Man fährt eine nicht enden wollende Rolltreppe hoch, überquert dort oben eine Schnellstraße, um dann in die Lobby des Hotels mit der berühmtesten Dachterrasse Asiens hinabzuschauen. Mit dem Gewinn aus dem Kasino könnte man dort einchecken, oben im Skypark ins Wasser gleiten und vom Beckenrand aus auf die Stadt schauen. Man soll an besonders guten Tagen bis Sumatra sehen können. Und als Sundowner noch einen Cocktail … Kann man übrigens als Normalsterblicher alles machen. Die Dachterrasse ist für Besucher zugänglich, gegen ein akzeptables Entgelt.

Apropos: Der Eintritt in die Gardens ist frei, nur besondere Aktivitäten kosten Eintritt. Zum Beispiel, wenn man in luftiger Höhe von „Baum“ zu „Baum“ wandeln möchte. Ein grandioses Gefühl, wenn sich die Schwankungen des Verbindungsstegs auf den Körper übertragen. Der Plural von „Gardens“ ist kein Zufall. Es handelt sich nämlich um insgesamt fünf Gärten. Wir sind im „Bay South“, dem eigentlichen neuen botanischen Garten. Die anderen verteilen sich über die Marina Bay Area. Die gesamte Grünfläche ist halb so groß wie Monaco. Die umgekehrten, rundherum bepflanzten Tropenbäume machen nicht nur Spaß und dienen dazu, den Interessierten Wissenswertes über ökologische Zusammenhänge zu vermitteln. Sie sind gleichzeitig die überdimensionalen Abfallrohre für die mit Biomasse betriebenen Klimaanlagen für zwei imposante Gewächshäuser in dem Areal.

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