Motovun – bezauberndes Städtchen im Hinterland von Istrien

Motovun gehört zu den „Schon-immer-mal-Orten“ in Istrien, die wir dann doch wieder nicht besuchen, weil uns die Küste mit ihren vielfältigen Reizen nicht loslässt. Aber an diesem 5. September machen wir‘s wahr: Wir setzen uns ins Auto und machen uns auf den 60 Kilometer langen Weg. Startpunkt ist unser Campingplatz in Mošćenička Draga (etwa 30 Kilometer südlich von Opatja, Kvarner Bucht). Es geht ziemlich kurvig zu auf der Fahrt über die Ušca-Bergkette. Die letzte Etappe verläuft durch das malerische Mirna-Tal, umsäumt von Feldern und Weinbergen.

Unser Ziel ist bereits von weither sichtbar. Der mittelalterliche Ort thront imposant auf 277 Metern Höhe.

Wir parken unser Auto etwas außerhalb und nähern uns der Anlage zu Fuß. Der Fußweg ist steil, die Stufen sind in keinem besonders guten Zustand, man muss schon achtgeben, wohin man seine Füße setzt. Es steht alternativ auch ein kostengünstiger Shuttle zur Verfügung. Aber sich einem Ort Schritt für Schritt zu nähern hat einen besonderen Charme, selbst wenn das mal schweißtreibend ist (wie heute).

Die Geschichte Motovuns reicht bis in die Antike zurück, vom 13. bis 18. Jahrhundert stand die Stadt unter venezianischem Kuratel. Diesen Einfluss spürt man auf dem zentralen Platz von Motovun, dem Trg Andrea Antico, der von der Kirche Sv. Stjepan mit einem freistehenden Glockenturm dominiert wird.

An seinem unteren Ende befindet sich das schicke Boutique Hotel Kaštel, das auf einer großen Terrasse ausgezeichnete regionale Gerichte serviert. Motovun gilt übrigens als Gourmetadresse und ist für ausgezeichnete Weine und Trüffelmenüs bekannt. Und da wir noch nicht einmal gefrühstückt haben, lassen wir uns nicht lange bitten 😊. Lecker war‘s!

Auf dieser Grundlage machte die Stadterkundung gleich doppelt Spaß.

Motovun hat im Innenbereich nicht mehr als 500 Einwohner und ist nicht besonders weitläufig. Die Sehenswürdigkeiten hat man sicherlich in 1,5 Stunden besucht. Aber auch die kleinen Läden und Boutiquen lohnen wohl einen Besuch. Dabei muss man klar sagen: Zu einem ausgedehnten Shopping-Bummel reicht das Angebot nicht – allzu vieles scheint auf die Trüffel- und Weinthematik ausgerichtet.

Zu den touristischen Highlights zählen die beiden Stadttore aus dem 14. bzw. 16. Jahrhundert, die innere sowie die äußere Befestigungsmauer und die vielen verstiegenen Gässchen. Nicht zu vergessen die grandiose Aussicht auf eine wunderbar hügelig-grüne Landschaft.

Bei dieser Gelegenheit sei ein rügender Fingerzeig an die Stadtväter erlaubt: Das Einrichten einer separaten Bezahlschranke auf der Stadtmauer ist eine gleichermaßen ärgerliche wie dumme Idee und sollte keineswegs Schule machen.

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