Rømøerkundung mit dem Rad

Fußkranke können ja glücklicherweise noch Rad fahren und Dänemark ist bekanntermaßen ein Radlerparadies, ähnlich wie die Niederlande. Damit hören die Ähnlichkeiten zwischen unseren Nachbarn nicht auf: relativ kleines Land am Meer, liberaler Grundzug in der Gesellschaft, Monarchie … da würde einem schon noch mehr einfallen. Aber dass die holländische Seefahrt unmittelbare Spuren in Dänemark hinterlassen hat, überrascht uns schon. Der Reihe nach:

Wir wollen den südlichen Teil unserer Insel erkunden (Ziel Havneby) und kommen auf halbem Wege an der Kirche von Rømø vorbei. Sie ist strahlend weiß und lädt zu einer Erkundung ein. An der Innenseite der nördlichen Friedhofsmauer entdecken wir eine Reihe senkrecht stehender Grabsteine mit Inschriften und Seefahrtdarstellungen. Es handelt sich um sog. „Kommandørstene“. Das Wort „Kommandør“ kommt aus dem Holländischen und bedeutet „Kapitän“. Der Hintergrund ist der Walfang. Im 18. Jahrhundert fuhren viele dänische Seeleute auf holländischen Schiffen nach Grönland, um den damals so begehrten Säuger zu erlegen. In Juvre, einem kleinen Ort im nördlichen Teil von Rømø, gibt es sogar einen Gartenzaun aus Walknochen. Er wurde 1772 errichtet, und man hat die Knochen von Walen verwendet, weil sie leichter zu bekommen waren als Holz oder Steine!

Gartenzaun aus den Kieferknochen von Grönlandwalsen

Auf der Tour nach Havneby halten wir immer mal an, weil es besonders schöne Häuser (oder andere Behausungen) gibt. Havneby selbst ist äußerlich wenig attraktiv. Es steht im Lichte der modernen Fischerei und des Fährbetriebs. Von hier kann man z.B. mit der Fähre auf die Nachbarinsel Sylt übersetzen. auch ein paar einladende Fischgeschäfte bzw. -restaurants findet man.

ABER: Manche Orte entwickeln ihren besonderen Charme erst, wenn man ihnen den Rücken kehrt. Westlich erstreckt sich ein riesiger Strand, der als Eldorado der Strandsegler und Kitebuggyfahrer gilt. Man gewinnt den Eindruck, dass jedes Gefährt ein Original ist. Die kleinen bunten Renner sausen in beachtlichem Tempo über den harten Sand, überall wird gefachsimpelt. Es geht zu wie beim Pferderennen …

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