Wenn man mit dem Auto oder per pedes auf dem Pílion unterwegs ist, stößt man immer mal wieder etwas ungläubig auf Schienen, die die Serpentinen kreuzen.

Sie gehören zum „Trenáki“, wie die Griechen ihr Züglein nennen. Die Schmalspurbahn (600 Millimeter) verkehrt auf einer 15 Kilometer langen Strecke zwischen Áno Lechónia und Miliés und ist eine beliebte Touristenattraktion. Nach 90 Minuten erreicht man das Ziel, eine 15-minütige Kaffeepause eingerechnet. Es geht also gemütlich zu. Bei Geschwindigkeiten um 2o Stundenkilometer ruckelt man durch die Waldlandschaft und überwindet dabei 250 Höhenmeter. Die Fahrt geht über Brücken und durch Tunnel und war nach Fertigstellung der Bahnlinie 1902 eine echte Sensation.
Um die Fahrt in die Gegenrichtung antreten zu können, muss die Lok mit viel Muskelkraft gewendet werden.

Wir haben von einer Zugfahrt abgesehen und stattdessen ausgehend vom Bahnhof in Miliés eine Wanderung unternommen. Zunächst haben wir den Bahnhof und den Zug angeschaut – das ist nicht nur führ Bahnenthusiasten eine Freude.




Im ersten Abschnitt sind wir den Gleisen gefolgt.


Manchmal ist ein sicherer Tritt gefragt.

Nach kurzer Distanz gelangt man zu einer interessanten Brückenkonstruktion, der De-Chirico-Brücke (benannt nach ihrem Konstrukteur Evaristo De Chirico). Sie ist gerade, aber die Gleise verlaufen im Bogen.


Die Brücke führt über die Schlucht von Taxiárchis – in die man einen guten Blick hat, wenn man man übers Geländer oder durch die Gleise schaut 😁.
Unser Weg führte uns dann durch Olivenhaine, weg von der Bahnstrecke. Ein schönes Naturerlebnis.


Wir legten noch einen Halt bei der sogenannten Höhle des Zentauren Cheiron ein.





Danach ging‘s im Schwenk wieder auf Miliés zu, über einen gut erhaltenen Kaderími.


Der Ort Miliés ist auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Es hat unter anderem eine hübsche Plateía mit Tavernen und Geschäften und ist historisch sehr bedeutsam. So ist Miliés Heimat dreier wichtiger Freiheitskämpfer (gegen die osmanische Herrschaft) und auch Schauplatz für ein NS-Massaker an der Zivilbevölkerung, das sich am 4. Oktober 1943 ereignete. Dabei wurden im Rahmen einer Vergeltungsmaßnahme das Dorf in Brand gesetzt und 25 Männer hingerichtet.

Herrlich!!! Die Bimmelbahn ist toll! Wir sind im Sommer damit gefahren! Und diese Aussicht!!!