Wer es gerne gleichzeitig überschaubar und ein wenig mondän mag, ist am Abend in Náfplio gut aufgehoben. Insbesondere an Wochenenden strahlt die Großstadt Athen auf die kleine Schwester – die im 19. Jahrhundert schließlich auch schon mal Hauptstadt war – aus.
An lauen Sommerabenden drängt es die Menschen in die Bars und Restaurants, in die engen Gassen und auf die trubeligen Plätze, auf die breite Promenade im Hafen. Auf und ab, sehen und gesehen werden.
So ging’s auch uns. So ein Abend verströmt eine flirrende Leichtigkeit, die spätestens beim Aperitif mit Blick aufs Meer spürbar wird. So lässt es sich entspannt warten auf die untergehende Sonne.

Am Wasser haften sich die Augen immer wieder an die schwimmende Festung Boúrtzi, erbaut von den Venezianern. Im Halbstundentakt pendeln kleine Fähren hinüber, sogar essen kann man dort.



Andernorts in der Stadt zieht die hoch oben auf dem Hügel liegende Festungsanlage Palamídi das Augenmerk auf sich. So schienen bei unserem Besuch (im September 2026) die im Kokokotróni Park ausgestellten Marmorstatuen in der Trutzburg einen Orientierungspunkt zu haben.


Im abendlichen Lichterspiel von Náfplio spielen die orthodoxen Kirchen und kleineren Kapellen eine besondere Rolle. Man hat das Gefühl, dass sie – im wahrsten Sinn des Wortes – nah bei den Menschen sind. Ihre Türen stehen offen, auch beispielsweise direkt gegenüber einer Bar mit lauter Musik. Der Mensch tritt ein, und er wird unmittelbar in gedämpftes Licht, Kerzenschein und Weihrauch eingehüllt.


Uns hat es, nach dem Essen und einem leckeren Eis auf die Hand, zum Ausklang des Abends wieder zurück ans Wasser gezogen, diesmal ans Ende der Promenade, an die sich noch ein paar Restaurants und Cocktailbars anschließen. Blick aufs schillernde Meer, ein Gemisch aus exotischen Säften, Früchten und Alkohol schlürfen und den Tag sowie das eine oder andere gemeinsame Erlebnis Revue passieren lassen … im Wissen, dass das Leben es gut mit uns meint.




